Schluss mit lustig

Kennt ihr das, der Kleiderschrank geht kaum noch zu aber man hat einfach nichts zum anziehen? Mir geht das ständig so. Frustriert wühle ich mich durch alle Kleidungsstücke, probiere dies und das an um letzten Endes in einer meiner Lieblingsklamotten zu landen. Der festen Überzeugung, das ich nichts, aber auch wirklich gar nichts zum anziehen habe, ziehe ich los um den Schrank noch praller zu füllen. Selbstverständlich kenne ich den Spruch, ein Teil rein, ein Teil raus aber ich halte mich nicht daran. Schöne Deko ist genau so schlimm. Ich überlege zwar gut ob das Teil in unsere Einrichtung passt aber frei nach dem Motto, was nicht passt wird passend gemacht, landet es in meinen Besitz. Das muss dringend geändert werden! Schluss mit lustig!

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Anfang des Jahres las ich einen interessanten Bericht. Befreie dich von allem Überfluss und du wirst dich besser fühlen. Um genauer zu sein, werde Minimalist. Das wollte ich auch. Ich dachte über meinen Kleideschrank und die ganzen restlichen Schränke nach. Vollgestopft mit Dingen ohne die ich, zumindest meine ich das, nicht leben kann. Angespornt durch den Artikel und den Drang nach Befreiung  machte ich mich über das TV-Lowboard her. Ich begann alles nach und nach heraus zu holen. Geschenkbänder, CD’s, Kerzen, Kamera, Druckerpapier, Bücher, leere Kartons von IPad, Handys usw…Leere Kartons. Wir haben tatsächlich leere Kartons gestapelt im Schrank stehen. Das müsst ihr euch mal vorstellen. Kamera verstaut in einer Kameratasche, daneben der leere Karton. Das gleich Spiel mit dem Objektiv. Objektiv in der Kameratasche, leerer Karton daneben. Und das nur, weil meine bessere Hälfte immer meint, wenn wir das mal verkaufen geht das besser im Originalkarton. Prima, und dafür stapeln wir das dann ein paar Jahre im Schrank. Raus damit. Besser noch, demnächst überlegen wir, ob wir das überhaupt brauchen. Das spart doppelt Platz. Der Anblick der Kerzen ließ meine Stimmung nicht besser werden. Rote Kerzen, gelbe Kerzen, blaue Kerzen, rosa Kerzen. Weiße Kerzen, ich benutze immer nur weiße Kerzen! In den Müll damit! Alle übrigen Kerzen schön geordnet in einem Behälter zurück in den Schrank. Dann waren die Urlaubssouvenirs dran. Also, nicht wirklich Souvenirs, Kassenbons und U-Bahn Tickets gehören ja nicht unbedingt zu den Souvenirs. Ich hebe so etwas auf. Allein fünf Stadtpläne von London hatte ich mitgenommen, drei große und zwei kleine. Muss eine Macke von mir sein, denn von Stockholm waren genau so viele vorhanden. Die Pläne wanderten zu den Kerzen in den Müll. Wut stieg in mir hoch. Ich war wütend auf mich und den ganzen Überfluss, wütend auf diese ganze Anheufung von unnützen Dingen, die mir jetzt meine Zeit rauben. Ich rief meinen Mann an, um zu verkünden, das es so nicht weiter gehen kann und das mit den leeren Kartons hat ein Ende und wir werden jetzt minimalistischer. Er ist eigentlich ein genügsamer Mensch aber geteiltes Leid ist eben halbes Leid. Irgendwann saß ich vor meinem, nach meinem Empfinden, sehr minimalistisch eingerichteten Schrank mit der festen Überzeugung, keine unnützen Dinge mehr zu kaufen. 

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Ich werde wohl kein Minimalist der irgendwann nur noch 100 Dinge besitzt. So bin ich einfach nicht. Es wäre weit her geholt zu sagen, ich gehe nicht mehr shoppen, das werde ich weiterhin, da bin ich ganz Frau, allerdings viel überlegter und ich werde die Regel, ein Teil rein, ein Teil raus zumindest versuchen zu befolgen.

Ach so, falls euch interessiert wohin der ganze Überfluss gewandert ist. Ein großer Teil ist direkt in die Tonne gewandert und der andere Teil ist zu dem anderen Überfluss in den Keller gewandert, aber darum kümmere ich mich ein anderes Mal 🙂

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16 Kommentare zu „Schluss mit lustig

  1. Ojaaaa, das kenn ich gut. Passend zur Fastenzeit setze ich mich auch grade mal wieder auf Diät. Das habe ich schon mal ziemlich lange durchgehalten und das hatte damals echt gut getan, war unglaublich befreiend. So wie Ausmisten und Verbrauchen. Ich werde wohl auch nie ein Minimalist…
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Ja, ja, die Geschichte mit dem Thema „ich habe nichts anzuziehen“ hat wohl jede Frau erfunden 😁😊 *ggg* aber für die U-Bahn Tickets, Kassenbon und Co, hätte ich eine Idee 😉 Schon mal mit Project Life probiert? Da bekommen die Fotoalben mal richtig „leben“ und die Tickets und Bons erzählen Alltags- und Urlaubsgeschichten…
    Vielleicht wäre das ja was?! ☺️
    LG
    Daniela 💕

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  3. Liebe Mona warum sagst du denn nicht Bescheid dass du so viele Kerzen hast ich brauche doch welche für meinen Schrebergarten weil ich da doch keinen Strom habe und ich immer Kerzen benötige damit es abends nicht so dunkel ist wenn ich dort bin lol. Liebste grüße, Mitch

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  4. Ja, die guten Vorsätze 😉 Hast du es schon mal mit free your stuff versucht? Über facebook findest du in jeder größeren Stadt eine Gruppe, dort kannst du Sachen verschenken – wenn sie keiner will, können sie ja immer noch in den Müll…
    LG Anne

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  5. Seit letztem Jahr habe ich mir auch vorgenommen „minimalistischer“ zu leben. Minimalistisch in meinen Augen aber. 😉 Während ich also zum Beispiel früher ein ganzes Zimmer voller Klamotten hatte und trotzdem nix anzuziehen hatte, habe ich meinen Umzug genutzt und mehr als die Hälfte der Klamotten aussortiert und gespendet. Viele Einrichtungsgegenstände verkauft und verschenkt.

    Heute habe ich zwar nur noch 40% der Klamotten und Schuhe, die ich vorher besaß… aber ganz ehrlich… ich merke nicht mal, dass mir die anderen 60% fehlen. Und selbst die 40%, die mir noch geblieben sind, ziehe ich nicht regelmäßig an. ^^ Ja… manchmal brauchen wir Menschen glaube ich doch weniger als wir es zugeben wollen. XD

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  6. Ich bezeichne mich gerne als eine Meisterin des Ausmistens, einfach, weil es so befreiend ist. Daher kann ich Dir nur wünschen: Bleib am Ball! Trotzdem habe ich sicher noch mehr als genug. Als aktuelle Herausforderung habe ich mir vorgenommen, im gesamten Jahr 2016 keine neuen Kleidungsstücke zu kaufen. Bis heute bin ich standhaft, mal sehen, ob es mir gelingt. Wie es mir dabei geht, beschreibe ich übrigens auf meinem Blog.

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  7. Seltsam, dass ich jetzt gerade darüber lese. Gerade die Woche habe ich mal wieder mit dem Containerdienst gedroht 🙂
    Es ist schon hin und wieder mal nötig, alles überflüssige auszumisten.
    Aber wir haben es noch nie geschafft, den frei gewordenen Raum auch frei zu lassen. Irgendwie schummelt sich da doch immer wieder was dazu.

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